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20. Internationale Kurzfilmtage Winterthur

08–13.11.2016

Sektion «Land im Fokus»: Kolumbien

Deutliche Verbesserungen im Bereich der Sicherheit, Friedensinitiativen sowie eine aufstrebende Wirtschaft haben ein ideales Umfeld für das Wachstum der kolumbianischen Filmindustrie geschaffen, und Kolumbien entwickelt sich immer mehr zu einem der stärksten Akteure im Kontext der zeitgenössischen lateinamerikanischen Kurzfilmproduktion. Der Zuwachs an Ausbildungsstätten im Land und die steigende Zahl von kolumbianischen Filmemachern, die sich im Ausland ausbilden lassen, resultiert in einem zunehmend differenzierten Filmschaffen, das sich ebenso durch formale Vielfalt wie auch solide erzählerische Inhalte auszeichnet. In dokumentarischen und fiktionalen Genres werden neue narrative Dynamiken und ästhetische Zugänge erprobt und den dominanten Diskursen der gesellschaftlichen und politischen Realität Kolumbiens gegenübergestellt. Trotz dieser eindrücklichen Entwicklung gab es bisher noch keine umfassende Retrospektive zur kolumbianischen Kurzfilm-Produktion. Die drei Programme der Sektion Land im Fokus: Kolumbien schliessen nun diese Lücke und bieten den perfekten Rahmen, mittels einer austarierten Selektion von Kurzfilmen die kulturelle Vielfalt des Landes aufzuzeigen und vergangene wie auch aktuelle Themen, Gebräuche und Lebensweisen von innen zu beleuchten.

 

Seine Langfilme sorgten jüngst international für Aufsehen: Zeit, auch einen Blick auf die Kurzfilme jenes Landes zu werfen, das seinen Namen von Kolumbus ableitet und bis heute mit seiner Kolonialvergangenheit kämpft. Die drei Programme unseres diesjährigen Land im Fokus: Kolumbien!

 

Kolumbien: Caliwood

13.11.2016, 14:30, Casino Festsaal
Das Kollektiv El Grupo de Cali, auch als Caliwood bekannt, wurde in den 1970er-Jahren in der kolumbianischen Stadt Cali von Filmemachern, Künstlern und Schriftstellern gegründet. Deren Werke versprühen einen aufrichtigen Anti-Establishment- und Anti-Mainstream-Geist. Sie sind hochkritisch, wobei mittels Humor Widerstand praktiziert und Vorurteile aufgedeckt werden. Die Kurzfilme dieses Programms zeichnen ein intimes Porträt des militanten kolumbianischen Kinos im Kontext des Dritten Kinos und des Neuen Lateinamerikanischen Films.

 

Agarrando pueblo / The Vampires of Poverty
Carlos Mayolo, Luis Ospina / Kolumbien 1977 / 28' " / Farbe & Schwarz-Weiss / Spanisch / EN UT
«Agarrando pueblo» ist eine Parodie auf die Mängel des «Sozialkinos». Zwei Filmemacher besuchen die verarmten Quartiere von Bogotá und Cali auf der Suche nach Bildern des Elends, die sie für eine Auftragsarbeit für das deutsche Fernsehen brauchen.

 

La hamaca / The Hammock
Carlos Mayolo / Kolumbien 1975 / 15' " / Farbe / Spanisch / EN UT
Der Kurzfilm basiert auf der gleichnamigen Erzählung von José Félix Fuenmayor. Der kolumbianische Schriftsteller begründete die Barranquilla-Gruppe, ein Kollektiv von Intellektuellen, das in den 1940er- und 50er-Jahren aktiv war.

 

Asunción
Luis Ospina, Carlos Mayolo / Kolumbien 1975 / 16' " / Farbe / Spanisch / EN UT
«Asunción» ist eine intelligent konstruierte Satire auf die Mittelschicht ihrer Zeit. Sie erzählt von einer Haushälterin, die die schlechte Behandlung durch ihre Arbeitgeber satthat und beschliesst, sich vom bis anhin geduldeten Joch zu befreien.

 

Oiga, vea! / Listen, Look!
Luis Ospina, Carlos Mayolo / Kolumbien 1972 / 28' " / Schwarz-Weiss / Spanisch / EN UT
«Oiga, vea!» befasst sich mit Klassenkonflikten im kolumbianischen Cali in Gestalt einer Dokumentation über die VI. Panamerikanischen Spiele, die 1971 in der Stadt gehalten wurden. Ospina und Mayolo verfolgen den Anlass gemeinsam mit dem Volk und dokumentieren ihn aus der Perspektive derjenigen, denen es aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, den Spielen beizuwohnen.

 

 

Kolumbien: O Colombia! My Colombia!

12.11.2016, 19:30, Kino Cameo

Kolumbien ist ein Auswandererland. Auch eine wachsende Zahl kolumbianischer Filmemacher studiert im Ausland, um andere Lebensstile und ästhetische Traditionen kennenzulernen. Wie wird Kolumbien durch die Augen jener gesehen, die das Land verlassen haben? Die dominanten Themen der Filme sind Erinnerung, Schmerz und Konflikt, aber immer wieder auch eine Ehrenrettung mit viel Respekt für den kolumbianischen Lebensstil. Anstatt zu urteilen oder absolute Wahrheiten zu verkünden, erlauben sich die Filmemacher Fragen und Lücken und laden das Publikum ein, genau hinzuschauen und selbst Antworten zu finden.

 

Aequador
Laura Huertas Millan / Kolumbien, Frankreich 2012 / 19' " / Farbe / ohne Dialog / EN UT
«Aequador» präsentiert alternative Geschichtsschreibung in Form eines wortlosen Reiseberichts: In einer imaginären Vergangenheit versucht eine extremistische Ideologie das Amazonasgebiet zu erobern. Auf gewollt fragmentarische Art beschreibt der Film eine Parallelwelt, in der falsche Ruinen und Relikte utopischer Architektur in 3D mit traditionellen Bauten und dem Alltag der Menschen koexistieren.

 

La impresión de una guerra / Impression of a War
Camilo Restrepo / Kolumbien, Frankreich 2015 / 26' 0" / Farbe / Spanisch / en UT
70 Jahre lang herrschte in Kolumbien ein bewaffneter Konflikt. Im Laufe der Jahre haben sich dessen Konturen verwischt. In «La impresión de una guerra» entfaltet sich die Geschichte hinter der Gewalt mittels vielfältiger Spuren, die oft auf einen Kampf gegen Vergessen, Gleichgültigkeit und Straffreiheit hindeuten.

 

To the Dead
Mauricio Arango / USA, Kolumbien 2016 / 8' 20" / Farbe / Englisch / en UT
Ein filmischer Essay aus persönlichen Reflektionen, die sich zu einem Porträt der politischen und sozialen Konflikte Kolumbiens verweben. Der Erzählerstimme fehlt die Autorität eines offiziellen Berichterstatters. Stattdessen zeigt sie, wie sich das Persönliche mit dem Gesellschaftlichen und Politischen überschneidet. Die widersprüchlichen Gedanken und Gefühle der Erzählung erinnern daran, dass das Intime und Traumatische in der offiziellen nationalen Geschichtsschreibung oft ausgespart wird.

 

1982
Cristina Motta / Argentinien, Kolumbien 2015 / 10' 35" / Farbe & Schwarz-Weiss / Spanisch / en UT
1982 ist kein Jahr, es ist eine Zahl. Es ist die Zahl der Massaker, die in Kolumbiens kleinen und abgelegenen Dörfern in den letzten drei Jahrzehnten stattgefunden haben. Mithilfe eines Hollywoodfilms von 1919 über das grosse Verbrechen an der armenischen Bevölkerung zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfolgt der Film die Gewalt, von der Kolumbien geplagt wird, und gibt den Opfern eine Stimme.

 

Historia del agua / Water Story
Simón Vélez López / Kolumbien, Argentinien 2016 / 13' 0" / Farbe / Spanisch / EN UT
Zwei Freunde, ein Waldarbeiter und bewaffnete Streitkräfte existieren nebeneinander in einer Stadt.

 

 

Kolumbien: Juventud, divino tesoro

12.11.2016, 17:30, Kino Cameo

Das Programm beleuchtet die kolumbianische Gesellschaft von innen, mit Blick auf den Alltag junger Leute. Der Fokus liegt auf dem Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter, auf dem Verlust der Unschuld durch den unausweichlichen Zusammenstoss mit der komplexen Realität. Liebe, Versuchung, Begierde und Hoffnung sind eng mit Verlust, Ablehnung, Apathie und Betrug verbunden. Eine Ode an die wachsende Zahl kolumbianischer Beiträge zum World Cinema mit seinen jungen RegisseurInnen und ProtagonistInnen.

 

Leidi
Simon Mesa Soto / Kolumbien, Grossbritannien 2015 / 15' 40" / Farbe / Spanisch / en UT
Leidi lebt mit ihrer Mutter und ihrem Baby zusammen. Ihr Freund Alexis ist seit Tagen nicht mehr aufgetaucht. Eines sonnigen Morgens schickt ihre Mutter sie zum Einkaufen. Sie begegnet einem Mann, der ihr erzählt, er hätte Alexis mit einem anderen Mädchen gesehen. Leidi vergisst den Einkauf und macht sich auf die Suche nach ihm. Sie wird nicht nach Hause zurückkehren, bis sie den Vater ihres Kindes gefunden hat.

 

Solecito
Oscar Ruíz Navia / Dänemark, Kolumbien, Frankreich 2013 / 20' 7" / Farbe / Spanisch / EN UT
Der Regisseur des Films hat die Teenager Camila und Maicol während eines Castings an ihrer Schule kennengelernt. Separat erzählten ihm die beiden von ihrer kürzlich erfolgten Trennung. Was, wenn sie durch Fiktion wieder zusammenfinden würden?

 

Simiente
WILLIAM VEGA / Kolumbien 2011 / 14' " / Farbe / Spanisch / EN UT
Ana lebt allein in einem abgelegenen Feuchtgebiet. Mangels Elektrizität ist sie auf Kerzen und Streichhölzer angewiesen. Doch dort, wo sie danach fragen will, ist niemand zu Hause. Als sie wieder nach Hause kommt, wartet ein Kind auf sie. Seine Anwesenheit und Stille wirken befremdlich in der öden Landschaft.

 

Las bromelias / The Bromeliads
Manuela Montoya / Kolumbien 2013 / 15' 40" / Farbe / Spanisch / EN UT
Ein Vater will mit seinen zwei Töchtern entspannten Familienurlaub am Meer machen. Doch im Laufe alltäglicher Gespräche während der kurvigen Fahrt müssen sie allmählich akzeptieren, dass kein Ausflug zu dritt jemals ein einfaches Familientreffen sein kann.

 

El Edén
Andrés Ramírez Pulido / Kolumbien 2016 / 19' 28" / Farbe / Spanisch / en UT
Zwei Teenager brechen in El Edén ein, ein verlassenes Kurbad inmitten üppiger Vegetation. Die Gewalt, die einst an dem Ort herrschte, lebt in ihnen weiter.

 

 

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Person im Fokus: Salomé Lamas (Portugal)

Die Sektion Person im Fokus beleuchtet dieses Jahr das Werk der portugiesischen Filmemacherin und Künstlerin Salomé Lamas, die in ihren Arbeiten die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion auslotet. Ihre Projekte spielen nicht nur mit Genres, künstlerischen Kategorien und Ebenen der Realität, sondern unterwandern auch gekonnt unhinterfragte Erwartungshaltungen der Zuschauer – peinlich-unangenehme Momente inklusive. Wir widmen Salomé zwei Programme, zudem hält sie eine Masterclass.

 

 

Internationaler Wettbewerb I
— A Brief History of Princess X, Gabriel Abrantes / Portugal ...

 

Internationaler Wettbewerb II
— Nothing Stranger, Pedro Collantes, China/España

 

Internationaler Wettbewerb III
— La disco resplandece, Chema García Ibarra, Turquía/España

 

Internationaler Wettbewerb IV
— This Is Not a Song of Hope, Daniel Aragão, Brasil

 

Internationaler Wettbewerb VII
— Deseos, Carlos Motta, Argentina, Suecia ... 
— Balada de um Batráquio, Leonor Teles, Portugal

 

Schweizer Wetbewerb I
— El Cuento de Antonia, Jorge Cadena, España/Suiza
— The Way Down to Your Belly, Jonas Meier, España/Suiza

 

Schweizer Wetbewerb II
— Delta Ventura, Fulvio Balmer Rebullida, Suiza/España (en catalán)

Schweizer Wetbewerb III
— En la Boca, Matteo Gariglio, Suiza/Argentina

 

 

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El Festival en breve ...

 

— 14 películas en competición suiza

— 40 películas en competición internacional

— 11 películas en competición para el Día del Cine en las escuelas

— 172 películas en programas bajo curatoría

— 237 películas en total

 

El Jurado único está presidido por Emilio Alvarez (España), y compuesto por otros cuatro especialistas, entre ellos Luciano Rigolini (Suiza).

 

Land im Focus: COLOMBIA

Sektionen (ver arriba en alemán):
Juventud, divino tesoro, 5 Filme:

O Coombia, My Colombia! 5 Filme:

Callwood, 4 Filme

 

Estarán presentes los directores colombianos Manuela Montoya, Simón Vélez López, Camilo Restrepo, Laura Huertas Millán y la periodista Michele Faquet. Al final de cada sección habrá un pódium de discusión.

 

Conferencia de prensa el 18.10.16., en el RiffRaff de Zúrich

De PuntoLatino estuvieron Luis Vélez Serrano y Pilar Ramirez-Gröbli

— Pudimos discutir con la co-curadora de la Sección «Colombia» y nos dijo que el foco fue escogido a proposición, teniendo en cuenta que los países-foco cambian tratando de escoger un país de continentes diferentes cada año. 

— El proceso de escoger los filmes para la Sección «Colombia» fue largo, hubo que visionar todos los filmes que se presentaron. Se contó con una buena base de datos.

— Finalmente subrayamos que la presencia latinoamericana no se limitará a la sección «Colombia» sino que estará también en otras secciones como los Concursos tanto internacional como suizo. La persona foco es también una latina: Salomé Lamas con tres secciones: «Intangible Memories» con 3 filmes, «Reclaiming Landscapes» con 4 filmes y finalmente un «Masterclass» el 12.11., en Casino Festsaal.

 

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El director artístico del festival John Canciani, la curadora de la sección Colombia y los redactores de PuntoLatino, Pilar Ramirez-Gröbli y Luis Vélez Serrano

 

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La curadora de la sección Colombia del Festival con Pilar Ramirez-Gröbli y Luis Vélez Serrano, redactores de PuntoLatino

 


 

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