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Esperanza Spalding und die Radio Music Society
— Von Marie Baumann © PuntoLatino, Zürich 03.11.12. —
Esperanza selbst hat ihren Erfolg einmal damit erklärt, dass sie eben ein hübsches Mädchen sei. Hübsch ist sie, keine Frage. Dass aber viel mehr als das in ihr steckt und ihren Erfolg ausmacht, hat sie am Samstag beim jazznojazz Festival eindrucksvoll bewiesen.
Esperanzas Bühnenpräsenz fasziniert: Wenn sie Bass oder Kontrabass spielt, zupfen nicht nur ihre Finger, ihr ganzer Körper scheint das Instrument zu spielen. Wenn sie singt, windet sie sich, bleckt die Zähne, pustet ihre Backen weit auf … Manchmal wirkt sie, als müsse sie zerspringen, könnte sie nicht weiter singen. Diese Intensität verbindet sie mit einer herrlichen Unbeschwertheit, mit der sie mit dem Publikum und mit ihren Mitstreitern auf der Bühne kommuniziert.
Denn Esperanza ist nicht allein auf Tour sondern mit oder vielmehr als Teil der Radio Music Society, deren Namen auch das aktuelle Album trägt: mit zwei sehr angenehm zurückgelehnten Herren am Schlagzeug und an der Gitarre, einem Pianisten, zwei Sängern und einer gehörigen Menge Bläsern. Der gesprochene und musikalische Dialog mit den Mitgliedern dieser "Institution", wie sie sie nennt, ermöglichen es Esperanza, auf der Bühne Geschichten zu erzählen und so der Musik einen Kontext zu geben. Eine wunderschöne Abwechslung zu sonst oft schwer zugänglichem Jazz.
Marie Baumann © PuntoLatino
Los instrumentos dialogando con el público …
— Por Michaël Tuil © PuntoLatino, Zürich 03.11.12. —
No parece un concierto, parece más un diálogo con los instrumentos, un diálogo entre los músicos y con el público. Un diálogo que Esperanza lleva de mano de maestro, o de maestra mejor.
Además, Esperanza está rodeada de músicos talentosos, por ejemplo el baterista que toca como haciendo caricias y luego golpea sus tambores hasta hacer perder el aliento.
Un gran momento de música y de emoción.
Michaël Tuil © PuntoLatino
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